Der Roadtrip zurück nach Salmon Arm beschert uns einige schöne Stops. Unser kanadischer Mitbewohner hat uns von einem Freiluft-Gehege in der Nähe von Golden erzählt, in dem Wölfe leben. Das wollen wir natürlich sehen, wenn wir schonmal da sind, doch leider öffnet es erst um 12. Wir unternehmen also noch eine kleine Wanderung, um die Zeit rum zu bekommen. Auch in Golden hat es noch über (oder unter?) -10 Grad, doch aufgrund der Tallage liegt hier noch kein Schnee. Wir wandern einen kleinen Canyon entlang, dessen Aufstieg so steil ist, dass wir uns an einem Seil den Weg hochhangeln müssen. Die Natur hier oben ist ein ganz schöner Kontrast zum Wunderland beim Emerald Lake! Ich will ja nicht sagen, dass wir uns hier oben verewigt haben, aber …

Nach ein paar Stunden hangeln wir uns am Seil wieder nach unten und düsen weiter zum Northern Lights Wildlife Wolf Centre. Wir sind die einzigen Besucher und haben das Gelände für uns – nur eine junge Mitarbeiterin ist hier und beantwortet uns unsere Fragen. Wir erwarteten nach den Schwärmereien unseres Mitbewohners natürlich eine ganze Menge, schließlich sind wir aus Deutschland auch alle die WIldgehege gewohnt, wo man schon viel Glück haben muss, um mal ein Wildschwein in seiner natürlichen Umgebung zu sehen. Dass wir hier nun fast alle Wölfe direkt vor dem Gitterzaun sehen, ist kein glücklicher Zufall, denn es erinnert eher an ein großes Zoo-Gehege. Ein bisschen enttäuschend ist es schon, vor allem als die Mitarbeiterin erzählt, dass es dreimal die Woche große Wanderungen mit den Wölfen gibt (?????), die man begleiten kann – heute ist leider keiner von diesen Tagen. Die Wölfe schlafen zusammengerollt (der Pelz ist einfach dafür ausgelegt, dass sie bei – 40 Grad noch entspannt schlafen können) und wir schauen uns die vielen Info-Tafeln an.

Komplett überrascht werden wir dann, als plötzlich einer nach dem anderen in Geheul ausbricht und wir über 2 Minuten lang von ohrenbetäubendem Wolfsgeheul umgeben sind – hier kommen wir aus dem Staunen kaum raus. Irres Geräusch. Ein großer Kolkrabe (für mehr Infos über das Tier bitte an Fynn wenden), der über 50 cm groß ist, erschreckt schließlich nicht nur uns, sondern auch den direkt unter ihm liegenden riesigen Wolf (dessen Größe mir erst bewusst wird, als sich die Mitarbeiterin direkt am Zaun neben ihn stellt) und Sebastian erwischt ihn glücklicherweise mit seiner Kamera – auch wenn seine Größe hier leider nicht sonderlich gut erkennbar ist. Wir entdecken außerdem einen Baum, an dem ein Bär nach oben geklettert ist und dessen Spuren noch deutlich zu sehen sind. Als wir wieder fahren, rennt uns schließlich noch ein großer Weißedelhirsch vor das Auto – ein weiterer fantastischer Wildtier-Sonntag!

Wir begeben uns wieder auf den highway und erneut muss ich mich zusammenreißen, nicht alle 10 Minuten anhalten zu lassen. Diesmal gelingt es mir etwas weniger und Bilder der Rockys füllen meine Kamera. Natürlich darf auch am Rogers Pass keine Pause fehlen und ich erfreue mich noch einmal an den Bergen, bevor wir in der Dunkelheit wieder in Salmon Arm eintreffen.