Ein Tag wird mit Arbeit und Einkäufen verbracht: Es gibt einen lokalen Nuss- und Früchtemarkt, den wir testen (…werden hier vielleicht erste Weihnachtsbesorgungen getätigt?), außerdem die Bulk Barn, die genau das ist, wonach es sich anhört. Quasi ein Unverpackt-Laden mit Mega-Auswahl, von Süßigkeiten über Mehl bis hin zu Suppenpulver. Absolut verrückt, extrem günstig und super praktisch, wenn man entweder en masse oder nur Kleinigkeiten einkaufen will, wie etwa genau zwei Zimtstangen, Nelken und Anissterne. Auch den Liquor-Store testen wir und kaufen Rotwein und Rum – ihr könnt euch ja denken, was wir mit diesen Zutaten vorhaben. Kleiner Tipp: Am Vorabend waren wir auf einem Weihnachtsmarkt, wo wir nicht nur viel Zeit mit Warten verbrachten, sondern auch mit trockenen Hälsen und kalten Händen aufgrund des fehlenden Glühwein-Standes wieder abzogen …
Natürlich können wir aber kein Wochenende ohne Wanderausflug verziehen lassen, darum zieht es uns zu Larch Hills, wo es einen Haufen Skilanglauf- und Schneeschuhwege gibt. Der Schnee lässt immer noch auf sich warten, also stapfen wir einfach ohne Schneeschuhe los in den Wald. Es gibt natürlich nur einem Schild, dem wir folgen wollen:


Hätten wir zu dem Zeitpunkt gewusst, dass bog einfach ein anderes Wort für Sumpf / Moorgebiet ist, hätten wir es uns wahrscheinlich trotzdem nicht anders überlegt. Wir gelanden durch einen zauberhaften Wald an den Rand einer großen, zugewucherten Fläche, über die vermutlich mit Schneeschuhen einfach spaziert werden kann – die ohne Schnee sich jedoch in eine Unendliche-Geschichte-ähnliche Sumpflandschaft verwandelt (Artax, das Trauma habe ich immer noch nicht überwunden). Knöcheltief durch den Morast bewähren sich zunächst meine Wanderschuhe, doch als ich bis zur Wade einsinke, sind die Fluten nicht mehr zu halten. Aber macht nix – der mehr als abenteuerliche Weg belohnt uns mit einem See, dessen Grüntöne uns ganz schön beeindrucken.



Das absolute Highlight des Tages starrt uns aus großen Augen an, als wir nichtsahnend auf seinen Baum zustapfen, und als wir ihn sehen, sind wir nur noch etwa 2 m entfernt. Nichts rührt sich und er beobachtet uns seelenruhig und majestätisch, als wir mehr als überrascht starren, staunen, langsam die Kameras rausholen und wild drauf losklicken. Was für ein Anblick!



Sebastian hat glücklicherweise noch ein anderes Objektiv dabei, was diesen Traum an Vogelfotografie natürlich nochmal verbessert. Mein erstes kanadisches Wildtier! Ich bin absolut begeistert, doch auch stark eingeschüchtert von der Größe des Bartkauzes (BCs größte Eule, „known for its distinctive large „dinner plate“ face and the „white bow-tie“ markings“). Eine fantastische Beschreibung, wie ich finde.
Zuhause angekommen, leeren wir unsere Wanderschuhe und stellen sie vor den Holzofen, damit sie für das nächste Abenteuer wieder trocken sind. Sebastian schreibt seinen wöchentlichen Blog-Eintrag (schaut mal bei Rees on the Road vorbei) und ich als Faulpelz bin dadurch nicht nur inspiriert, sondern sehe darin direkt eine Chance – das Abo ist schnell gekauft und die Website wird gestartet! Mal schauen, wann Sebastian mit seiner Geduld an die Grenzen kommt, was meine technikbezogene Ungeduld und Unkenntnis betrifft. Die Nachmittage der nächsten Woche sind auf jeden Fall gefüllt mit meinem neuen Projekt!