

Das Grundstück ist wirklich riesig – ich hab es noch nicht bis zum Ende geschafft. Diese Woche ist das Wetter wirklich fantastisch, ich bin also froh, dass es viel im Garten zu tun gibt. Nicht nur gibt es wahnsinnig viel Wald auf dem Grundstück, sondern auch Autos (gefunden habe ich bisher 7 … ?), das hat wohl irgendwas mit Verkaufssteuern oder so hier zu tun. Verrotten lassen ist wohl günstiger und wer weiß, wie lange die hier schon sind – es sind auf jeden Fall ein paar wilde Modelle dabei! Keiner weiß. Irgendwie gibt das dem Ganzen aber ganz schön viel abenteuerlichen Charme, ab und an mal an so einer Karre vorbeizulaufen.
Auch die obligatorische Feuertonne darf bei so einem Grundstück nicht fehlen, fast fühle ich mich schlecht, bei dem Sonnenschein die Pappe zu verbrennen und die Aufgabe nicht für kältere Tage aufzubewahren. Sebastian war ganz schön neidisch, der war ja den ganzen Tag unterwegs. Zum Glück fehlt es hier nicht an Abfall (Klassiker), also kann ich bestimmt auch mal bei Schnee mich hier während der Arbeitszeit wärmen. Fehlen nur noch die fingerlosen Handschuhe und das Bild ist komplett.



Jackie hat vor einer Weile einen ganzen Haufen Kürbisse gekauft und ich lerne, dass sie hier nicht ‚pumpkin‘, sondern grundsätzlich ’squash‘ genannt werden – ich dachte immer, ein squash ist einfach eine Sorte von pumpkin. Ich probiere zum ersten Mal spaghetti squash (Jackie hat uns einen Auflauf damit gemacht) und was soll ich sagen, ich kann absolut verstehen, dass squash hier zum Grundnahrungsmittel zählt! Die stehen jetzt auf jeden Fall bei uns und wir können sie verarbeiten – mal schauen, wie lange die halten!
An Halloween hat sie Vince kennen gelernt, der neu in der Stadt ist und Anfang 30. Sebastian und ich treffen ihn am Donnerstag-Abend in einer der vielen örtlichen Karaoke-Bars (dem Hideaway) und verstehen uns sehr gut mit ihm – er beschwert sich über die Rednecks der Gegend und wir sind erleichtert, dass er eine genauso liberale Einstellung wie wir hat. Der Abend wird nach einigen Gläsern Wein und Bier beendet und wir düsen wieder nach Hause – den Kopf voller Herr-der-Ringe-Anekdoten vom Riesenfan-Vince (der mit seinem Lockenkopf aussieht, als wäre er selbst dem Shire entsprungen), interessanten Infos über kanadische Politik und jede Menge Ohrwürmer dank der talentierten Karaoke-Gäste. Nummern wurden getauscht, Pläne wurden gemacht – wir sehen uns auf jeden Fall wieder!